Gotthardpass-Passo Scimfuss 24.09.2017

Zittern am Gotthard. Nicht nur wegen der morgendlichen kühlen und unsicheren Witterung, sondern die Strecke führte zunächst die Via Tremola durch das gleichnamige Tal hinauf auf die Gotthard Passhöhe.
Voll auf die Wetterprognose vertrauend wagten wir uns auf die Kopfsteinpflasterstrecke, auch bekannt als das längste Strassenbau-Denkmal der Schweiz. Ab Airolo windet sich die Passstrasse in gemauerten 24 Serpentinen auf den Berg, wunderschön zu fahren und dazu sehr verkehrsarm, da das Gros der Motorfahrzeuge entweder den Autobahntunnel oder die neuere Schnellstrasse über den Pass nimmt.
Die Bewölkung lockerte sich bald auf und es fielen auch nur wenige Regentropfen, die Strasse trocknete sehr rasch ab, allerdings wehte der Gegenwind immer mal wieder recht heftig ins Gesicht, was auf Bergstrecken wie dieser wegen der Fallwinde oft vorkommt. Nach ca. 14 Kilometern erreichten wir das Hospitz, das Passschild zeigte eine Höhe über Meer von 2091 Meter an. Auf der Passhöhe, der Gotthard wurde übrigens benannt nach dem heiligen Godehard von Hildesheim, bogen wir rechts auf die Mountainbike Route 65 ab, der Abzweig, wie auch folgende Strecke bis Airolo, ist mit den roten Bikeroutenhinweisen beschildert. Wegen der historischen Bedeutung des Gotthardpasses geht die Tatsache, dass diesem Gebirge Rhein, Rhone, Reuss und Ticino entspringen, fast vergessen. Für Wanderer gibt es auch einen entsprechenden mehrtägigen Wanderweg.
Mehr oder weniger auf den Spuren des General Suworow radelten wir nun das geteerte Strässchen entlang, das Navi zeigte mir dass genau unter uns, tief unten im Berg, der Autobahntunnel verläuft.
Schliesslich erreichten wir auf 2242 MüM den Passo Scimfuss. Fantastische Ausblicke erfreuen das Auge um uns herum, leider weniger erfreut war unser Gaumen über den uralten Riegel den ich im Rucksack gefunden habe, so blieb uns der Genuss der Gipfelschokolade verwehrt. Die Preiselbeersträucher entlang dem Weg trugen natürlich keine Früchte mehr zu dieser herbstlichen Jahreszeit, vielleicht haben ja die zahlreichen Murmeltiere, die ihre Familien mit lauten Pfiffen vor uns warnten und uns aus sicherer Entfernung beobachteten, von den leckeren Beeren was abbekommen.
Auf nunmehr ungeteertem Natursträsschen, immer den steilen Hängen mit den Lawinenschutzbauten entlang, erreichten wir schliesslich die Alpe di Piontino auf 2050 Meter über Meer.
Eine ungewohnte Perspektive war, Bussarde und Milane von oben zu beobachten wie sie tief unter uns ihre Kreise in der Luft drehten.
Die zahlreichen Bunker und Wehren entlang dieser Route sind dem Reduit-Gedanken der Schweizer Armee geschuldet.
Immer noch auf der offiziellen Mountainbikeroute, führt ab Orello ein unheimlich steiler Pfad abwärts. Auf Geröll und rutschigem Kies schlitterte ich mit dem Handbike hinunter, mein Kumpel Dani fungierte als Hilfsbremse. Irgendwann wurde der Trampelpfad wieder fester, war aber immer noch sehr steil und glitschig. Nach dieser gefährlichen Passage stiegen wir weiter das Val Canaria hinab, denn von fahren konnte keine Rede sein. Ausgewaschene Spur, loser Untergrund, schlüpfrige Grasnarben, tiefe Wasserrinnen, das ständige Bremsen und Navigieren war anstrengender als die Auffahrt auf die Passhöhe. Als es dann endlich wieder etwas flüssiger vorwärtsging überrollte ich doch fast eine Schlange die sich am Wegesrand sonnte, wahrscheinlich handelte es sich um eine Ringelnatter.
Vorbei an den Hangrutschen bei Rütan dei Sassi erreichten wir schliesslich wieder den Talgrund und entsprechend ausgebaute Infrastruktur. Nun waren nur noch wenige Minuten bis zum Parkplatz in Airolo zu fahren, eine echt coole und wunderschöne Rundstrecke mit Handbike und Mountainbike war zu ende.

  • Gotthardpass ist offen, trotz Schneefall letzte Nacht.
  • Beginn des  Kopfsteinplasters.
  • Noch trüb, die Berge sind schon verschneit.
  • Kapelle bei Motto Bartola.
  • Streckenführung Schnellstrasse Motto Bartola.
  • Gegenüber liegt die Festung Motto Bartola.
  • Voll erschlossen.
  • Abschnitt mit Teerstrasse.
  • Tremola.
  • Mit Granitsteinen gepflästert...
  • ...wurde sie in den Jahren 1827 bis 1832 erstellt.
  • Sie gilt als das längste Baudenkmal der Schweiz.
  • Erstellt nach Plänen des Tessiner Ingenieurs Francesco Meschini.
  • Weiter oben die Galerie der neuen Strasse.
  • Blick hinunter.
  • Handbiker.
  • Im 13 Jh. war hier ein gepflasterter Saumweg.
  • Die Galerie ist nun deutlich zu sehen.
  • Stetig bergauf mit Blick in den Abgrund.
  • Funde von römischen Münzen zeigen,...
  • ... dass der Pass in geringem Mass begangen wurde.
  • Zu Beginn des 15.Jh. überquerten jährlich ca. 10'000 Personen...
  • ...und 9000 Saumtiere den Pass.
  • Kilometerstein kurz vor dem Hospitz.
  • Hospitz auf der Passhöhe.
  • Denkmal für den Flieger Guex.
  • Passfoto muss sein.
  • Gotthard Passhöhe.
  • Der Vier-Quellen-Weg.
  • Wanderwegweiser zu den Quellen.
  • Ostwärts zum Passo Scimfuss.
  • Rückblick auf die Gotthard Passhöhe.
  • Schön zu fahrendes Strässchen.
  • Mountainbiker.
  • Bauten der schweizer Armee.
  • Ziemlich genau unter uns ist der Gotthardtunnel.
  • Flachstück.
  • Unsere Wegführung.
  • Gotthardmassiv.
  • Geradeaus geht zum Lago della Sella.
  • Viele militärische Anlagen.
  • Gut fahrbare Naturstrasse.
  • Passo Scimfuss im Blickfeld.
  • Tolle Sicht.
  • Immer noch sehr guter Belag.
  • Faszinierende Sicht.
  • Da möchte man nicht runterpurzeln.
  • Passo Scimfuss, ohne Markierung.
  • Urner Berge im Hintergrund.
  • Gotthard Schnellstrasse.
  • Ende Asphalt, aber sehr gut fahrbar.
  • Valle Leventina.
  • Lawinenverbauung.
  • Ab hier verlieren wir an Höhe.
  • Das Gefälle ist nicht sehr stark.
  • Nun wird der Untergrund etwas rauher...
  • ...aber absolut problemlos fahrbar.
  • Buco di Pontino auf 1986 MüM.
  • Die Strässchen wurden vom Militär angelegt.
  • Nun wird es etwas ruppiger...
  • ...und feucht, aber machbar.
  • Extrem steil und rutschig, das Foto...
  • ...zeigt die Gegebenheit nur ansatzweise.
  • Bremsen hilft nichts, es rutscht nur.
  • Wir schlittern der Waldgrenze entgegen.
  • Mountainbikes fühlen sich hier wohl.
  • Das Val Canaria.
  • Ab hier geht es einiges entspannter hinunter.
  • Der Zivilisation wieder näher.
  • Die hätte ich beinahe überrollt.
  • Fast unten.
  • Airolo, in deutsch Eriels.
  • wowslider
  • ...und war der erste Skisportort im Tessin.
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